Mama ist die Beste – oder doch nicht?

Woran du eine gute Mutter wirklich erkennst

Beitrag wurde am 21.08.2020 von Ina verfasst.

Frau wird Mutter. Doch was bedeutet das? Ob AnwältIn, SozialarbeiterIn oder BusfahrerIn – für die meisten Rollen gibt es eine Ausbildung. Doch fürs Muttersein? Da soll der Mutterinstinkt herhalten. Was aber tun, wenn der nicht so wegweisend ist, wie er klingt? Und sind es nicht meist die anderen, die am besten wissen, wer eine gute Mutter ist? Wir haben für dich aufgeschrieben, woran du sie wirklich erkennst.

Mama ist die Beste – oder doch nicht?

Muss eine gute Mutter dem eigenen Ideal entsprechen?

Hand aufs Herz. Du weißt längst, wie eine gute Mutter auszusehen hätte. Wir alle tragen so ein Musterbild in uns. Es ist bestimmt durch Mütter, mit denen wir großgeworden sind. Dazu gehören neben der eigenen Mutter auch Omas, LehrerInnen oder bekannte Persönlichkeiten. Es hat sich danach geformt,

  • ob diese einen guten oder schlechten Einfluss auf unser Leben hatten.

  • wie angesehen sie als Mutter in unserer Kultur und Gesellschaft waren.

Fazit: Dein Ideal sagt vor allem etwas über die Umstände aus, unter denen du aufgewachsen bist. Es ist von Mensch zu Mensch verschieden. Eine Mutter muss nicht dem eigenen Ideal entsprechen, um gut zu sein.

Erfüllt eine gute Mutter die Erwartungen der Gesellschaft?

In Frankreich wird von einer Mutter erwartet, wenige Monate nach der Geburt wieder arbeiten zu gehen. Auch soll sie sich intensiv um die Paarbeziehung kümmern. Das schlimmste französische Schimpfwort für Mütter lautet: Glucke.

In Deutschland lautet es Rabenmutter und beschreibt eine Frau, die sich ihrem Kind nicht genug widmet. Besonders in den alten Bundesländern herrscht die Vorstellung vor, Kinder die ersten drei Lebensjahre möglichst zuhause zu betreuen.

Fazit: Eine gute Mutter erkennst du nicht daran, dass sie die Erwartungen des Umfelds erfüllt. Denn die ändern sich, je nach dem, wo man wohnt und welche Werte dort wichtig sind.

Darf eine gute Mutter Hilfe durch andere benötigen?

Ernährung, Spielideen, medizinische Versorgung, Lernbegleitung, Fahrdienst, Einkaufsservice, Bürokratieverwaltung, Trostspenden, spontane Nachtschichten, 24-Stunden-Bereitschaft. Dazu kommen Geldverdienen, Haushalt und die Notwendigkeit, die eigenen Grundbedürfnisse nicht zu vernachlässigen. Im schlimmsten Fall sogar noch ein Virus wie Corona, das den Alltag komplett verändert.

Elternsein ist eins der vielfältigsten Aufgabenfelder, die es gibt. Nicht einmal Top-ManagerInnen tragen so viel Verantwortung und müssen von den Themen her so flexibel sein. Und selbst denen wächst mal alles über den Kopf.

Fazit: Jeder Mensch darf sich überfordert fühlen. Niemand kann alles, aber die meisten einiges recht gut. Daher ist es nur schlau, wenn sich eine Mutter Hilfe sucht, die ihre Fähigkeiten ergänzt.

Was für eine Mutter braucht eigentlich das Kind?

Eigene Wunschvorstellungen, gesellschaftlicher Druck, zu wenig Vereinbarkeit im Alltag – das sind die Gründe, die über ein Drittel aller Eltern an sich zweifeln lassen.

Und was brauchen Kinder? Sie sind zu 100 % davon abhängig, dass Erwachsene folgende Grundbedürfnisse für sie erfüllen:

  • Schutz

  • Nähe

  • Nahrung

  • Schlaf

  • Pflege

  • Verbundenheit

  • Wertschätzung

  • Selbstverwirklichung

Doch das muss nicht zwingend die Mutter sein, verraten Studien. Wichtig für eine gute Entwicklung ist, dass Kinderbedürfnisse zuverlässig und ausreichend beantwortet werden. Das kann auch bedeuten, den eigenen Kindern zu ermöglichen, sie woanders erfüllt zu bekommen.

Beim Vater zum Beispiel. Oder dem/der gleichgeschlechtlichen PartnerIn. Bei Oma und Opa, in manchen Fällen auch bei Pflege- oder Adoptiveltern. ErzieherInnen, LehrerInnen, SozialarbeiterInnen und TrainerInnen gehören ebenfalls zum häufig genannten Dorf, das es braucht, um ein Kind großzuziehen.

Fazit: Eine gute Mutter erkennst du daran, dass sie das Wohl ihres Kindes und die Erfüllung seiner Bedürfnisse ernst nimmt. Manchmal muss sie dafür auch Entscheidungen treffen, die ihrem eigenen Mutterideal oder den Erwartungen ihres Umfelds nicht entsprechen. Oft wächst sie genau daran.

 

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